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Nahostkrise - Aktionsbündnis Frieden für den Libanon schreibt am 4. Juli in
seiner Stellungnahme zur Nahostkrise :
Am 25. Juni brachten Palästinenser aus
dem Gazastreifen einen israelischen Soldaten in ihre Gewalt und forderten
im Austausch die Freilassung der in Israel inhaftierten palästinensischen
Frauen und Kinder. Die Entführung war der Auslöser für die totale
Entfesselung der israelischen Kriegsmaschinerie gegen die im Gazastreifen
lebenden Menschen: Insbesondere die Zerstörung des einzigen Elektrizitätswerks
hat in dem extrem dicht besiedelten Gebiet (fast 4000 E./km2,
zum Vergleich: BRD 230 E./km2) zu einer humanitären
Katastrophe geführt: so kann seither ein Großteil der rund 1,5 Mio.
Einwohner nicht mehr ausreichend mit Wasser versorgt werden.
Wie eine Parallele mutet an, was wenig später im Libanon geschah: die
Gefangennahme zweier israelischer Soldaten durch die Hisbollah. Statt, wie
in der Vergangenheit schon praktiziert, Verhandlungen über einen
Gefangenenaustausch aufzunehmen, begann Israel am 12. Juli, seinen
Nachbarstaat im Norden zu bombardieren. Die Gefangennahme der Soldaten war
offenbar ein willkommener Vorwand, um ein lang gehegtes Vorhaben zu
verwirklichen: Nach Berichten US-amerikanischer Zeitungen hat die
israelische Armee bereits vor über einem Jahr Washington detailliert über
die Angriffspläne unterrichtet und sich mit der Bush-Administration über
das konkrete Vorgehen abgestimmt. Der Libanon wurde von einem Tag auf den
andern einer völligen Blockade unterworfen. Lebenswichtige Einrichtungen
der Infrastruktur, viele davon erst nach dem Ende des Bürgerkriegs 1990
und der Vertreibung der israelischen Besatzer aus dem Südlibanon im Mai
2000 wieder geschaffen, wurden zerstört. Über 900 Menschen, die meisten
davon Zivilisten, sind schon getötet worden, Tausende verwundet, rund
800.000, ein Fünftel der Bevölkerung, sind auf der Flucht.
Die Hisbollah, die einzige ernstzunehmende militärische Kraft im Libanon
(die libanesische Armee verfügt fast nur über leichte Waffen), reagierte
mit Raketen auf Städte und Dörfer in Nordisrael: auch dies ist ein völkerrechtswidriger
Akt, denn auch dort sterben dadurch täglich unbeteiligte Menschen.
Im Einklang mit der israelischen Friedensbewegung meinen wir: Dieser neue
Nahostkrieg muss sofort gestoppt werden, bevor der ganze Libanon und ganz
Gaza in Schutt und Asche sinken, bevor die Zahl der Toten, auch der toten
Israelis, in die Zigtausende geht, bevor aus der Aggression gegen den
Libanon und den Gazastreifen ein Flächenbrand wird, der Syrien und den
Iran, wenn nicht noch weitere Länder, mit erfasst.
Wir fordern
1.
Sofortiger bedingungsloser Waffenstillstand: Beendigung aller
Feindseligkeiten zu Luft, zu Wasser und zu Lande
2. Vollständiger Rückzug der israelischen Armee aus dem Libanon und dem
Gazastreifen
3. Freilassung der über 10.000 politischen und Kriegsgefangenen in
israelischen Gefängnissen und der drei gefangengenommenen israelischen
Soldaten
4. Keine "robuste" Intervention von außen, unter wessen Mandat
auch immer; stattdessen:
5. Umsetzung der UNO-Resolutionen zur Region durch die Kriegsparteien: von
der Resolution 194 (Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge;
1949) bis zur Resolution 1559 (Entwaffnung der Milizen im Libanon; 2004)
6. Selbstbestimmungsrecht für das arabisch-palästinensische Volk; seine
durch demokratische Wahlen legitimierten Vertreter müssen international
anerkannt, der Boykott der Hamas-Regierung muss beendet werden.
7. Existenzrecht Israels in den Grenzen vom Mai 1967; Räumung aller
seither besetzten Gebiete; ein souveräner palästinensischer Staat im
Westjordanland und dem Gazastreifen; gegenseitige Anerkennung beider
Staaten.
Forderungen
an die deutsche Bundesregierung:
8. Stopp
aller Waffenlieferungen an die Kriegsparteien, keinerlei
Beteiligung Deutschlands an diesem Krieg
9. Sofortige und unbeschränkte Aufnahme von Flüchtlingen aus dem
Kriegsgebiet, gleich welcher Nationalität
10.
Humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung.
Aktionsbündnis Frieden für den Libanon
Düsseldorf, den 4.Juli 2006
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Ein nach außen hin gerichteter
Blick

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