Presseerklärung zum Entführungsfall
von Susanne Osthoff
Der Bundesverband
der Deutsch-Arabischen Vereine in Deutschland drückt
seine Sorge aus um die am 25. Nov. 2005 entführte deutsche
Archäologin und Mitarbeiterin
des Deutschen Medikamenten-Hilfswerks
action medeor, Susanne Osthoff, im Irak
Unsere Sorge gilt auch allen
anderen friedlebenden Menschen irakischer und nicht
irakischer Staatsangehörigkeit, die unter äußerst
schwierigen Bedingungen die humanitäre Hilfe freiwillig
im Irak leisten und trotzdem vom Opfer der Gewalt bisher
nicht verschont geblieben sind.
Diese hilfswilligen Menschen verdienen Anerkennung,
Respekt und Schutz, insbesondere seitens des hilfsbedürftigen
Volks wie das irakische.
Das wissen wir, das irakische Volk weiß das auch.
Ebenso wissen wir und das irakische Volk, dass die Entführung, Misshandlung und Ermordung der unschuldigen,
insbesondere der hilfeleistenden Menschen ein Verbrechen
gegen die Menschheit und ein Schaden in erheblichem Maße
gegen das eigene Volk ist.
Darum
erheben wir zusammen mit dem
irakischen Volk unsere Stimme gemeinsam
gegen die Schandtaten, den sinnlosen, wahnsinnigen
Akt, die irrationale Handlung, mit denen die Attentäter
die Beziehungen zwischen vielen Menschen und Völkern
einschließlich der ethnischen und religiösen Gruppen
belasten und eine stetige Gefahr nach innen und Außen
herbeiführen wollen. Doch diese Rechnung geht nicht auf,
damit stürzen diese vermeintlichen
Widerstandskämpfer nur sich selbst und das
irakische Volk ins Unglück.
Darum
sagen wir mit aller Entschlossenheit zusammen mit dem
irakischen Volk: Schluss mit diesem Wahnsinn und fordern
die sofortige Freilassung
von Susanne Osthoff und ihrem Fahrer wie auch
anderen unschuldigen Irakern und Nichtirakern.
Gleichzeitig
erinnern wir die Vereinigten Staaten von Amerika, aber
auch die Vereinten Nationen an den völkerrechtswidrigen Krieg
und Besetzung des Iraks durch die USA und sagen:
Warum muss das irakische Volk so lange leiden, vor
dem Krieg, während des Kriegs und nach dem Krieg? Warum müssen
viele unschuldige Menschen einschließlich der angehörigen
der im Krieg gefallen US-amerikanischen Soldaten so lange
mitleiden?
Die
Zeit und die Geschichte kann man nicht zurücksetzen und
sie nochmals mit den
gewonnenen Erfahrungen kontrolliert durchlaufen
lassen. Dies gilt für die Iraker wie auch für die
Weltgemeinschaft und insbesondere für die USA. Doch eine
schnelle Ermöglichung des neuen Anfangs für das
irakische Volk ist möglich. Dazu braucht es Ruhe,
Frieden, Infrastruktur, Arbeit und Leben in menschlicher
Würde. Und dieser Voraussetzung hat die USA die
materielle, nicht
die militärische Rechnung zu tragen. Die Frage, ob und
wie schnell sie das machen wollen, hat Susanne Osthoff und
andere humanitäre Helfer
oder etwa das deutsche Volk und dessen Regierung,
die das irakische Volk im Not helfen,
nicht zu beantworten. Deshalb setzen wir uns für
die unverzügliche Freilassung von Susanne Osthoff und
anderen unschuldigen Menschen ein und appellieren an das
irakische Volk samt den Kinder,
Frauen, jungen und älteren Männern, uns mit allem
in ihrer Möglichkeit stehenden Mittel zu unterstützen.
Düsseldorf,
den 30.Nov. 2005
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Petition
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