|
|
|
Integrationsgipfel - Positionspapier des Bundesverbandes
Deutsch-Arabischer Vereine e.V.
Wird der Integrationsgipfel sich
als schöpferische Kraft für das Schmieden des bisherigen zersplitterten
Integrationskonzepts erweisen? Wird die erste Bundeskanzlerin in der
Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Angela Merken, und ihre große
" Koalition der neuen Möglichkeiten" sich daran messen
lassen, wie das Integrationskonzept anders aussehen als bisher?
Die bürgergesellschaftliche
Zusammenarbeit zur Umsetzung der Vision zum umfassenden
besseren Miteinander der angestammten Einheimischen und
gesellschaftlich- integrationsbedürftigen Menschen mit
Migrationshintergrund in Deutschland
ist von entscheidender Bedeutung. Die Weichen dafür sollen bei
einem Integrationsgipfel
gestellt werden. In diesem Kontext liefert dieses Papier neue Ideen und
Vorschläge zum Umgang mit Migranten/innen in Integrationsangelegenheit
mit dem Ziel, dass die Integrationsbestrebungen, die nun seit mehr als 25
Jahren intensiv andauern, mehr Früchte als bisher zu unserer aller
Zufriedenheit tragen sollen.
Dieses
Initiativ-Papier baut die Hoffnung auf einen produktiven
Integrationsgipfel, den das
Bundeskanzleramt unter Beteilung der Vertreter von Bund, Ländern und
Kommunen, politische Parteien, Tarifpartnern, Kirchen, Wohlfahrtsverbänden
und Migrantenorganisationen am 14.Juli 2006 als Auftakt für weitere
Integrationskonferenzen auf Länder- und Kommunalebenen durchführen will.
Dabei sollen die Migrantenorganisationen unter der Koordination von
Prof. Dr. Maria Böhmer, Beauftragte der Bundesregierung für Migration,
Flüchtlinge und Integration bereits
an die Vorbereitung einbezogen
werden.
Zusätzlich zu angestrebter und erwünschter Mitwirkung der hier aufgeführten
Organisationen wäre die Einbeziehung
der Intendanten,
Direktoren und Vertreter der
Rundfunkräte der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten als auch
Vertreter der privaten Sendanstalten, Filmproduktionsunternehmen und
Spitzensportverbände in den Integrationsgipfel
von grundlegender Bedeutung. Hierbei dürfen die
Integrationsforschungsinstitute auch nicht fehlen.
Zu dieser Einbeziehung mahnen wir; darum bitten wir; darauf hoffen wir;
und daraus wollen wir mehr Vertrauen
und Glauben aneinander schöpfen
und gedeihen lasen.
Diese tranksbürgergesellschaftliche
Zusammenarbeit zur Umsetzung der Integrationsvision verspricht
einen großen Erfolg auf allen Ebenen. Dabei kann es zu einem
Dominoeffekt dahingehend führen,
dass die gesamte Gesellschaft mit
der
offensichtlichen und latenten Toleranz
und Gewöhnung an ethisch fragwürdiges Miteinander bricht und Leitbilder
für die Entwicklung
eines modernen Verantwortungsbewusstseins füreinander schafft.
Darüber hinaus wäre
dies ein Spagat zwischen der Verbesserung der Lebensqualitäten aller
Menschen in Deutschland einerseits und der Befähigung und Motivierung der
Menschen nichtdeutscher
Herkunft zur Annahme der Herausforderung
des Wettbewerbs im wirtschaftlich globalisierten Welt anderseits.
Deutschland ist Weltmeister im Export von
Maschinen und Chemieprodukten.
Anderseits aber ist es ein Weltmeister im Import von
Kulturindustrieprodukten ( Schauspielfilme und Musik),
was gar nicht nötig ist wie im Import von Erdöl und anderen
Rohstoffen.
Deutschland als Land der Denker und Philosophen soll sein Profil neben der
technischen und menschlichen Entwicklung auch
beispielhaft in neuen Ideen, Ethik, internationaler Gesinnung,
Kultur- und Tourismusindustrie sowie in sozialer Gleichheit schärfen.
Das Potential dafür
hat es! Die 15,3 Millionen
Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland sind
Teil dieses Potentials.
Und sie sind auch Teil des Gesichts Deutschlands. Dies muss allen Teilen
der Bevölkerung nahgelegt werden und sie für den modernen
Umgang miteinender und die Verantwortung füreinander
sensibilisiert werden. Die Förderung der Kultur- und Tourismusindustrie würde
zusätzlich bis zu einer Million Arbeitsplätze
schaffen, wo sich Menschen nichtdeutscher Herkunft
sehr gut behaupten würden, wenn sie gefördert würden. Vor
diesem Hintergrund muss die Integration
auf zwei miteinander verzahnten Ebenen stattfinden, auf
psychologischer und
soziologischer Ebene:
I.
Integration auf psychologischer Ebene
Das 1990 in
Kraft getretene und 1993 reformierte
Ausländergesetz zur Sicherung des Rechtsstatus und zur
Erleichterung der Einbürgerung von Ausländern war und ist
ein sehr wichtiges Element der psychologischen Integration. Daran
wurde sehr lange gearbeitet.
Dann entwickelte sich dieser Ansatz Schritt für Schritt von einer
unbefristeten Aufenthaltserlaubnis über
eine Aufenthaltsgenehmigung sowie Erleichterung der Einbürgerung
weiter bis hin zur Verleihung
der deutschen Staatsbürgerschaft an die
hier geborenen ausländischen Kinder schon bei der Geburt. Das heißt,
Menschen aus den nicht EU-Ländern lebten
20 -30 Jahre lang verunsichert in der Angst, dass sie mit dem
Verlust ihres Arbeitsplatzes
auch ihre Aufenthaltserlaubnis
verlieren könnten. Die Verunsicherung begann sich Anfang der 1980er,
insbesondere Anfang der 1990er Jahre durch Verbesserung des Ausländergesetzes
abzubauen. Damit war der erste Schritt zur psychologischen Integration
getan. Und das ist noch nicht so lange her! Deswegen muss intensiver an
der Integration gearbeitet
werden, um auch die versäumten Jahre
aufzuarbeiten. Es müssen andere effiziente Schritte folgen. Dazu
bedarf es des tiefen Einblicks in die Umwelt der Integrationsbedürftigen,
des sorgfältigen Umgangs mit Lösungskonzepten, der Bereitschaft der
gesellschaftlichen Mehrheit zur Anerkennung der Minderheiten und zum
pragmatischen Dialog mit den Betroffenen. Dazu gehört die Herstellung
einer Kultur der gegenseitigen Akzeptanz und
Anerkennung. Der Integrationsgipfel ist die Krönung des
Paradigmenwechsels in der Gesellschaft, dass Deutschland ein
Einwanderungsland ist. Dies eröffnet
neue Überlegungen, wie die Integration jetzt, heute und morgen
vorangetrieben werden muss.
Folgende Ansätze mögen eingeleitet werden, um
die versäumten psychologischen Integrationsjahre schnell
nachzuholen:
1. Einführung des kommunalen Wahlrechts auch für Nicht-EU-Bürger, die
sich seit mindestens 5 Jahren im Geltungsbereich des Grundgesetzes gewöhnlich
aufhalten und eine Aufenthaltserlaubnis besitzen.
Mit diesem kommunalen Wahlrecht
entstehen Anreize für die Einheimischen und Nichteinheimischen aus
Nicht-EU-Ländern, mehr aufeinander zuzugehen.
Dadurch dienen sich das Geben und das Nehmen gegenseitig. Die
angestammten einheimischen Kommunalpolitiker sind dann darauf angewesen,
Kontakte zu Menschen nichtdeutscher Herkunft bzw. mit
Migrationshintergrund zu suchen und zu pflegen und sich verstärkt um
Probleme dieser Menschen zu kümmern. Dadurch werden diese Menschen
zum aktiven Mitdenken und zur Mitwirkung an der Lösung der
kommunalen Probleme und der Entwicklung gemeinsamer städtischer Identität,
flankiert mit interkultureller
Attraktivität, animiert. Gleichzeitig entsteht auf der einen Seite eine
Konkurrenz zwischen den Eingebürgerten und nicht Eingebürgerten, wer
sich besser kommunalpolitisch und
bürgergesellschaftlich ausnimmt. Auf der anderen Seite
entwickeln sich unter
vielen ethnisch-übergreifenden Gruppen
gemeinsame Initiativen.
Das führt zu mehr Bewegungen und zu mehr Beitritten und Engagement
in den etablierten Parteien, die den Zuwachs an Mitgliedern nötig
haben. Umgekehrt engagieren sich die angestammten Einheimischen in
Migrantenvereinen. Dadurch
vermehren sich die heterogenen Organisationen und sorgen für eine
bessere Kommunikation und gegenseitige Anerkennung.
Dass die Verleihung des kommunalen Wahlrechts an Bürger der Drittstaaten
sinnvoll ist, zeigen
die 208 deutschen
Universitäts- und Hochschulwissenschaftler/innen der Bereiche Soziologie,
Politik, Wirtschaft, Rechtwissenschaft, Erziehungswissenschaft und
Geisteswissenschaft sowie
41 Organisationen, die die Petition an den Deutschen
Bundestag zur Einführung dieses Wahlrechts unterzeichnet
haben. Diese Petition ist am 13.
Februar dem
Petitionsausschuss als Kopien und am 6. April 2006 als Original und persönlich
eingereicht worden.
2. Räumliche und finanzielle Besserstellung
der heterogenen und homogenen gemeinnützigen Vereine durch die
Kommunen, Länder und den Bund
Wenn die gemeinnützigen
Vereine räumlich und finanziell
durch die Kommunen besser unterstützt werden, um ihre Miete,
Nebenkosten und anderen
Unkosten zu bezahlen, können
sie nicht nur interkulturelle Begegnungen veranstalten, sondern auch
ehrenamtlich oder geringfügig zu bezahlende Sprachkurse für Erwachsene
und Hilfeunterricht für Schüler in
allen Schulfächern organisieren. Außerdem lernen die Schüler/innen
und Jugendliche durch ihren Vereinsbesuch
die Tugend der gemeinnützigen
Arbeit sowie die Facetten der Vereinsaktivitäten zur Eindämmung der
Anonymität (Anonymität, die zum Werteverfall und zur Verlust von
Selbstachtung und Selbstbewusstsein führt).
Dadurch wachsen sie in die Leidenschaft für gemeinnütziges bzw. bürgergesellschaftliches
Engagement hinein. Sie erleben in
den Vereinen ein anderes Leben
als in den Schulen und im
Zuhause, nämlich unter anderem das schöne Gefühl, von anderen Menschen
jenseits von Schule und Zuhause geholfen und gebraucht zu werden. Viele
Kinder und Jugendliche aus den, in einem engeren Wohnraum wohnenden
kinderreichen Migrationsfamilien
verbringen viel Zeit in Internetcafes, auf Spielplätzen oder Straßen,
weil sie über kein eigenes
Arbeits-Schlaf-Wohnzimmer oder eigene Arbeitsecke oder eigenen
Arbeitstisch verfügen. Insbesondere in diesen Fällen fungieren die
gemeinnützigen Vereine als zweites Zuhause und zweite Schule für die
Betroffenen, wo sie ihre Freizeit sinnvoll und abwechselungsreich
verbringen können.
Anders als andere Einrichtungen bleiben die Einrichtungen von homogenen
Migrantenvereine, aber auch von heterogenen
Vereinen sieben Tage
in der Woche und 14 Stunden täglich geöffnet, wobei sie ehrenamtlich
Sozialarbeit leisten und Ideen für das Zusammenbinden von Menschen
unterschiedlicher Herkunft und verschiedenen Nationalitäten
entwickeln.
3. Einrichtung von adäquaten Begegnungszentren
Adäquate Begegnungszentren einrichten und staatlich fördern, die
auch an Wocheneden geöffnet bleiben, wo sich Menschen
unterschiedlicher Herkunft und Alter treffen und Musik, Theater,
Schauspiel und Sport lernen und spielen können.
Besonders in Kulturindustrie (Schauspiel- und
Musikindustrie) steckt in Menschen mit Migrationshintergrund ein
unermessliches, aber noch nicht von den Akteuren der Wirtschaft,
Wissenschaft und Politik als förderungswürdig erkanntes Potential. Es
ist fatal, dass Deutschland auch hinter der Entwicklung dieser
Industriezweige um Jahrezehnte hinkt - wie in der
Informationstechnologie.
4. Flächendeckende Einrichtung von offenen
Fernsehkanälen
Um den angestammten Einheimischen und Nichteinheimischen zusammen
mehr Möglichkeiten zu
geben, sich breitrahmig an der transparenten und transportablen
Meinungsvielfalt zu
beteiligen, müssen offene
Fernsehkanäle flächendeckend eingerichtet werden.
Auf dieser Ebene können Menschen mit Migrationshintergrund, aber
auch zusammen mit den angestammten Einheimischen lernen, wie sie ihre
Lebenswirklichkeit ohne Hemmungen vor unprofessionellen
Darstellungen in den
öffentlichen Diskussionen, Schauspielfilmen und Interviews an den Tage
legen können. Schließlich können sie dadurch selber ihr Talent
entdecken und trainieren. Dadurch können viele den
Einstieg in die
Berufskarriere finden. Das heißt aber nicht, dass diese offenen
Fernsehkanäle eine Konkurrenz
für die Öffentlich- Rechtlichen
Fernsehanstalten und andere Privatfernsehanstalten sein
oder ihren Beitrag zur
Integration ersetzen sollen.
5. Die Öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunkanstalten müssen die
Integration fördern
Auch die Öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunkanstalten müssen
die Integration fördern, indem sie den Lernprozess des Miteinanders durch
ihre intermediären Vermittlungsinstanzen begleiten. Überdies müssen sie
die Menschen nichtdeutscher Herkunft ausbilden, sie mit Führungsaufgaben
angemessen betrauen und in
Talk- und
Gesprächsrunden zu Themen aller Art
- auch ohne ausländertypischen Zusammenhang
- verstärkt einbeziehen. Ferne müssen sie die hier in Rede
stehenden Menschen in Fiktionsprogrammen
über die gängigen Stereotypen hinaus von der Comparserie bis zu
den Hauptrollen einbeziehen. An
dieser stelle muss gesagt werden, dass es ethisch fragwürdig ist, dass
nach 50 Jahren Einwanderungsgeschichte
in Deutschland immer noch diese
Menschen bei Medien und Schauspiel, aber auch bei normalen Programmen
immer außen vorgelassen
werden. Wer für diese 15,3
Millionen Menschen nichtdeutscher
Herkunft wenig auf der medialen und
Kulturindustriellen Ebenen bietet, darf sich nicht wundern, wenn die
mediale Zuflucht bei einem
ausländischen Satellitenkanal gesucht
wird. Folglich darf man sich nicht wundern, dass diese Zielgruppe
sich des besseren Lernens der deutschen Sprache nicht befleißigen.
6. Schaffung einer Stiftung zur
Förderung der Kulturellen Vielfalt und der Integration
Mit Hilfe
von im Eingang dieses Initiativ-Papiers Abs. 2 und 3 aufgezählten
Organisationen möge eine
Stiftung zur Förderung der Kulturellen Vielfalt und der Integration gegründet
werden. In dieser Sache sollen auch die
bekannten Singer aus
Deutschland einbezogen werden, die gebeten werden sollen, auf Konzerte –
möglichst unter Teilnahme anderer weltbekannten
Singer aus dem Ausland - zur Gründung dieser Stiftung aufzutreten.
Die Einnahmen aus diesen Konzerten sollen in die Stiftung gehen.
II. Soziologische Integration
Soziologische Integration bedeutet das
Zusammenführen der Menschen in einer Gesellschaft durch die
individuellen Fähigkeiten
oder Befähigungen. Dies bedeutet keine Assimilation, wie Kritiker der
Integration manchmal sagen. Man kann dies an seiner eigenen Hand
feststellen: Betrachten wir unsere Finger, da gleicht keiner dem
anderen in Form und Grosse. Jeder Finger hat seine eigene Position
und eigenes Geschick. Der Hand gelingt die Ausführung ihrer
Geschicklichkeit nur durch die individuellen Geschicke der einzelnen
Finger, die in ihr integriert sind. Die Finger münden zusammen und bilden
eine Einheit, obwohl sie sich voneinander unterscheiden. So funktioniert
das Leben in der Gesellschaft und so ist der Sinn der soziologischen
Integration der Menschen mit Migrationhintergründen zu verstehen.
Bleiben wir beim Beispiel der Finger:
Die Finger handeln nicht selbständig, sie bekommen Anweisungen von
unserem Gehirn. Selbst wenn sie ein heißes Eisen anfassen, entfernen sie
sich erst, nachdem sie die Information dazu von unserem Gehirn erhalten
haben. Um das Gehirn funktionsfähig zu halten und den Körper zu ernähren,
von dem sie wiederum Energie beziehen, müssen die Finger arbeiten.
Für die Verarbeitung der Nahrungsmittel ist der Magen zuständig.
Die Finger haben also kein eigenes in sich geschlossene System. Sie sind
auf andere Organe, insbesondere das Gehirn angewiesen. Die
Rollenverteilung in der Gesellschaft verläuft
ähnlich wie dieses Muster. An diesem Zusammenspiel wird deutlich,
dass das Erlernen der Sprache und des
Berufs allein nicht ausreicht, um die Menschen ethisch zusammenzubinden.
Entscheidend ist der Wille, das Verantwortungs- und pluralistische
Bewusstsein sowie die Stabilisierung der Identitätselemente. An diese
Voraussetzung müssen Menschen herangeführt
werden. Dabei spielen sowohl die geistige wie auch die emotionale
Intelligenz genauso eine entscheidende Rolle wie die evolutionäre.
Die Meinungsführer in einer Familie oder/und einer
Gesellschaftsgruppe beeinflussen in vielen Fällen den Rest der
Mitglieder teilweise zu 100 % wie es beim „Gehirn-Finger-System“ auch
der Fall ist und teilweise zu 50 %, abhängig davon in welchem Bezug sie
zu einander stehen. Den Meinungsführerschaften
aus Kirchen, Moscheen, Synagogen, Großeltern, Eltern und Verwandtschaften
müssen die Möglichkeit
gegeben werden, in der Mehrheitsgesellschaft
ihren Lebensmittelpunkt zu finden und gleichzeitig ihre ethnische,
religiöse und kulturelle Identität weiter zu entwickeln, um keine Angst
zu haben, den Zusammenhalt mit ihren nachkommenden Generation zu
verlieren. Das ist auch gut
so. Denn dadurch kann einen Beitrag zur Entwicklung von Bewusstsein
für die universelle Solidarität und das pluralistische Denken
geleistet werden, um ein partikularistisches Handeln in tragbaren Rahmen
zu halten. Daher muss die psychologische
Integration sowohl bei Individuen als auch bei Meinungsführern
im Vorfeld der sozilogischen Integration gefördert werden.
Wie kann also eine soziologische
Integration, oder sagen wir eine soziale Integration gelingen?
1. Die Sprache
Es ist unbestritten, dass die
Sprache der Schüssel für die Integration ist.
Das erleichtert die dauerhafte
gesellschaftliche, soziale und berufliche Eingliederung sowie die
Gleichstellung:
Es geht um die Fähigkeiten und Befähigung
von Menschen zur
gleichberechtigten Teilhabe in der Gesellschaft und der Arbeitswelt.
Daher muss die Kenntnis der Sprache unter den Eltern, erwachsenen
und Kindern früher gesammelt und vertieft
werden. Hierbei können die Vereine einen großen Beitrag leisten. Dafür
brauchen sie aber Einrichtungen und staatliche Zuschüsse zur Deckung
Ihrer Ausgaben. An Wochenenden sollen sie den Zugang zu den Räumen
der Wohlfahrtvereine und öffentlichen
Einrichtungen bzw. Schulen
bekommen, wo sie mietfrei sowohl den Erwachsenen Sprachkurse erteilen als
auch den Schülern bei Hausaufgaben helfen, sofern ihre eigenen Vereinsräume
hierzu nicht geeignet sind. Ferne müssen
gemeinnützige Vereine, die Integrations- und Völkerverständigungsarbeit
leisten, von den bürokratischen Hürden befreit werden, dass sie für die
Erlaubnis zur Eröffnung bzw. Inbetriebnahme
ihrer Vereinsräume keine
Parkplätze für Personenkraftfahrzeuge
vorweisen müssen.
2.
Quotenregelung zur Erreichung
der gleichberechtigten Teilhabe in der Arbeitswelt
Um
die Integrationsvision auf
allen Bereichen des Arbeitsmarkts ernsthaft umzusetzen,
müssen Quotenregelung
entsprechend dem Anteil der jeweiligen ethnischen Gruppe in dem jeweiligen
Arbeitsort vereinbart werden, notfalls per Gesetz. Dies soll sowohl bei
der Vergabe von Arbeitsstellen als auch von Ausbildungsstellen gelten.
Diese Regelung soll umgehend insbesondere
in öffentlichen und behördlichen Einrichtungen greifen.
Diese Quotenregelung ist
seit Jahren in Kanada gesetzlich geregelt.
Die
Unternehmen sollen eine "Charta der Vielfalt"
nach dem Modell von französischen Groß- und Mittelgroßkonzernen
wie Banken, Versicherungsgesellschaften, Supermärkten Kraftfahrzeug- und
Flugzeugsindustrie als
Vorbild für andere kleine Unternehmen unter zeichnen, mit dem sie sich
verpflichten, Diskriminierung zu bekämpfen und ethnische Minoritäten zu
fördern, in dem sie diese bei der Vergabe von Ausbildungs- und
Arbeitsstellen gleichbehandeln
wie die angestammten Einheimischen.
Die Arbeitnehmervertreter
sollen mehr Einstellungen von Arbeitssuchenden fordern statt immer
und wieder und nur Lohnerhöhung.
Die privaten
Arbeitsvermittler bzw. Arbeitsnehmerüberlassungsfirmen, die
Menschenhandel betreiben und sich schamlos bereichern
müssen abgeschafft werden.
Die
Wohlfahrtorganisationen wie AWO, Karitas, Diakonie
und Deutsches Rotes Kreuz sollen Vorbildsrolle erfüllen, indem sie
bei der Vergabe von den sogenannten pädagogischen und
Sozialarbeitsstellen auch
jene Menschen mit Migrationshintergrund berücksichtigen, die zwar keinen
Hochschabschluss haben, aber
nachweisen können, dass sie 15
-30 Jahre lang Sozial- und pädagogische Arbeit
ehrenamtlich in Vereinen geleistet haben und diese auch besser
beherrschen als jene mit akademischem Abschluss. Diese Menschen machen
leidenschaftlich ehrenamtliche Vereinsarbeit und haben immer den Willen,
nach ihrer täglichen
regulären Arbeitszeit in die Vereine zu gehen und Menschen dort
ehrenamtlich zu betreuen, während die Angestellten mit akademischem
Abschluss sich noch nie und nie für eine ehrenamtliche Tätigkeit
interessiert haben, interessieren und interessieren werden.
3. Quotenregelung
zur Erreichung der gleichberechtigten Teilhabe an
politischen Entscheidungsprozessen
Alle
demokratischen Parteien müssen
eine Vorreiterrolle erfüllen und ein Vorbild für andere Institutionen
sein, in dem sie eine "Charta der Vielfalt" unterzeichnen, mit
der sie sich verpflichten, mehr Mitglieder ihrer Partei mit
Migrationshintergrund mit Parteifunktionen zu
betrauen und sie angemessen zur
Kommunal-, Landtags-, Bundes-, und Europawahlen zu nominieren. Denn diese
Menschen brauchen Identifikationsfaktoren auf allen Ebenen, insbesondere
auf politischer Ebene. Wenn wir es ernst mit der Integration meinen und
dies mit allen Facetten der
gleichberechtigten Teilhabe ausstatten wollen, dann wären heute
mindestens 50 Abgeordnete im Bundestag mit dem erkennbaren
Migrationshintergrund, im Nordrhein-westfälischen Landtag
zum Beispiel mindestens 20, im Düsseldorf Stadtrat
mindestens 15.
Auf
kommunaler Ebene sieht es im Übrigen so aus:
Nach heutiger Situation ist
es in einer modernen
Gesellschaft bürgerrechtlich rechtswidrig, wenn aus einem Stadtteil, in
dem 100.000 Menschen wohnen ( darunter
sagen wir grob 50.000 tausend Migranten ohne deutschen Pass), nur
40 % der wahlberechtigten Deutschen an der Kommunalwahl
teilnehmen, so bestimmen sage und schreibe ca. nur 15.000 über das
Geschick der anderen 85.000. Menschen. Schlimmer noch ist es, wenn unter
den, von diesen 15.000 in den
Stadtrat gewählten Personen
keine Person mit Migrationshintergrund gibt, was die Gefahr mit
sich bringt, dass die Nichtbetroffenheit der Gewählten zu weitgehender
Nichtbeachtung des Anliegens der Menschen nichtdeutscher Staatsbürgerschaft
in diesem Stadtteil führt bzw. einschlägige kommunalpolitische
Themen nur mit
innerdeutschen Brille und ohne Sorgfalt
betrachtet werden.
Bundesverband Deutsch-Arabischer Vereine e.V. >>>www.araby.de
Aktualisiert am 25.6.2006
Hauptseite
|
|
|
-----------------------------------


Reich der
Fische

Leopard plant eine
Jagt

Erde
|
|
|