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Europa-Mittelmeerabkommen
Hindernisse
bei der Umsetzung
Fatal ist auch die abneigende Regierungshaltung der Länder des südlichen
Mittelmeers im Bereich des Dialogs gegenüber Zivilgesellschaften:
So erschweren diese die Teilnahme der
Nichtregierungsorganisationen an europäischen Veranstaltungen,
weil sie befürchten, "islamistische Bewegungen"
dadurch internationale Anerkennung und Aufwertung bekommen würden.
Gleichzeitig sind diese Regierungen skeptisch gegenüber der
Schaffung und der Entwicklung einer transnationalen Kooperation
von Mediennetzwerken, mit der Begründung, diese würden sich in
die innere Angelegenheit des jeweiligen Landes einmischen. Gerade
solche Mediennetzwerke können einen unermesslichen Beitrag zum
pragmatischen Dialog über Kultur, Geschichte und Tradition bis
hin zur Emanzipation von gesellschaftlichen Tabuthemen leisten.
Aber wie es scheint, werden diese Tabuthemen sowohl von religiös
motivierten politischen Gruppen als auch von Regierungsstellen
beliebig als Festung benutzt, um sich auf Kosten der Unschuldigen
Vorteile zu verschaffen, anstatt gemeinsam sich dem pragmatischen
Dialog und den wirtschaftlichen Herausforderungen zu stellen.
Wichtig wäre auch der konsequente Abbau des Analphabetismus, der
Aufklärung und Entwicklung hemmt, sowie die Verbesserung der
qualitativ desolaten Bildungssysteme. In den Fachbereichen Physik,
Chemie und Biologie wird nur auswendig gelernt.
Marokko liegt mit der Analphabetenrate von 70 % bei Frauen und 40
% bei Männern an der ersten Stelle in den Reihen der südlichen
Mittelmeeranrainerstaaten, gefolgt von Ägypten mit 60 % bei
Frauen und 35 % bei Männern. An der dritten Stelle liegen
Algerien und Tunesien mit jeweils 33 % und Syrien an vierter
Stelle mit 26 %. Die Herausforderung also ist sehr groß.
Dabei ist der Meinungsaustausch und die Hinarbeitung auf
Problembewältigung auf allen Ebenen entscheidend. In Algerien und
Marokko hat sich die Bevölkerungszahl in 30 Jahren verdoppelt.
Die schwachen Volkswirtschaften der beiden Länder können doch
gerade der Hälfte dieser Bevölkerung menschenwürdige
Lebensgrundlagen wie Bildung, Ausbildung, Wohnung und Ernährung
schaffen. Algerien hat vor 30 Jahren landwirtschaftliche
Erzeugnisse nach Europa exportiert. Seit einigen Jahren ist es
umgekehrt.
Ahmed El kourai Düsseldorf, den 10.01.03
Hilfsquelle: Amtsblätter der Europäischen Union
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